Lost-Chefregisseur Jack Bender meint, das Ende von Lost sei wohl auch das Ende des epischen TV-Formats:

„Wenn Lost nächstes Jahr seine letzte Episode sendet, wird es nicht nur das Ende einer beliebten Serie sein, sondern damit geht wohl auch die Ära des großen, erzählenden TV-Formats zu Ende.“

Grund dafür sei der Wandel im kommerziellen Fernsehen. Gründe seinen die Wirtschaftskrise, das fehlende Interesse der Sender an hochwertigen Produktionen und der erhebliche finanzielle Aufwand, eine Show wie Lost auf die Beine zu stellen.

Bender äußerte sich während des Banff World Television Festival, bei dem er einen Meisterkurs für junge Regisseure leitete.

„Lost wird eine der letzten TV-Serien sein, was diese Größe und Qualität von Cast und Produktionsaufwand betrifft.“

„Da die Serie in Hawaii produziert wird, muss Dekoration und Technik eingeflogen werden, was enorme Kosten verursacht“, betont Bender.

Lost soll nächstes Jahr seine rätselvolle Geschichte in 18 Episoden zu Ende erzählen. Die Macher haben mehrfach versichert, dass alle Geheimnisse spätestens im Finale aufgelöst werden.

„Es wird ein definitives Ende sein und ich bin sicher, es wird anregend und befriedigend sein. Die Serie hatte einige unwahrscheinliche Wendungen, die manchmal ins Nichts zu führen schienen. Deshalb war es wichtig, dass die Geschichte auf ein festgelegtes Ende zulief. Es gab Momente, da hatten wir Angst, den Bogen überspannt zu haben.“

Bender verglich die Show mit einem literarischen Werk, das aus sechs Bänden besteht. Danach sei die Story erzählt, ein folgender Spielfilm oder ein billiges Comeback sei ausgeschlossen.

Der Regisseur ist der Meinung, das Fernsehen bewegt sich weg von der durcherzählten Serie, hin zum abgeschlossenen Film. Die Sender bevorzugen das, weil die Zuschauer leichter einsteigen können.

Dennoch sagt er für Lost eine bedeutende Zukunft voraus. Die weitergehende Auswertung sei ein lukratives Zusatzgeschäft für die Networks.

„Lost wird nicht nur auf DVD weiterleben. Es wird wie ein großer Roman gelesen und betrachtet werden.“

Insbesondere die Fan-Aktivitäten im Internet würden Lost weiter zu dauerhafter Aufmerksamkeit verhelfen.

„Lost war die erste große Erfolgsgeschichte einer TV-Serie im Internet. Die Leute sprechen und streiten noch die ganze Woche nach einer Episode darüber. Daher war das Netz entscheidend für den Erfolg unserer Show.“

„Unsere Ankündigung nach sechs Staffeln definitiv aufzuhören, dürfte einmalig in der TV-Geschichte sein. Insbesondere bei einer Sendung mit weltweitem Erfolg und hoher Popularität. Es hat Damon, Carlton und den anderen Machern erlaubt, die Serie auf ein überraschendes, befriedigendes Ende hin zu entwickeln.“

Quelle: CTV.ca


Danke an Sherlock938 für Hinweis und Übersetzung!

Noch ein kurzer Hinweis: Ich bin mir nicht ganz sicher, wieso in der Quelle auf einmal von 18 Episoden gesprochen wird. Eigentlich hat ABC bislang stets 17 Episoden angekündigt. Einzuwenden hätte ich dagegen aber nichts ;)

Andre
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